Einen Tag nach meiner Wahl zur Zürcher SVP-Nationalrätin im Oktober 2023 wurde mir durch einen anonymen politischen Gegner unterstellt, dass meine Doktorarbeit an der Universität Zürich aus dem Jahr 2015 ein Plagiat sei. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Zürich kommt nach detaillierter Prüfung zum Schluss, dass einige Fehler in Fussnoten passiert sind. Die Fehler habe ich korrigiert, das Verfahren wurde ohne Sanktionen abgeschlossen. Die Frage, die bleibt: Wer steckt hinter dem politischen Angriff gegen mich?

Küsnacht, 10. Juni 2026

Am 23. Oktober 2023 – ein Tag nach meiner Wahl in den Nationalrat – wurde zahlreichen Medien sowie der Universität Zürich ein anonymer Brief zugespielt. Der Brief behauptete, dass meine 2015 erschienene Doktorarbeit zur vorvertraglichen Anzeigepflicht im Versicherungswesen ein Plagiat sei. Er stützte sich dabei auf ein kurzfristig erstelltes «Gutachten» des umstrittenen österreichischen «Plagiatsjägers» Stefan Weber, selbst weder Jurist noch mit der Schweizer Zitierpraxis vertraut.

Dass bei einem 220-seitigen Werk mit insgesamt 734 Fussnoten einzelne Fehler vorkommen können und in meinem Fall auch vorgekommen sind, ist klar, weil es wohl nicht allzu viele wissenschaftliche Arbeiten gibt, wo überhaupt keine Fehler vorkommen. Der Vorwurf, dass diese Fussnotenfehler systematisch oder gar in unlauterer Absicht erfolgt seien, war hingegen von Anfang an unwahr und eine bösartige Unterstellung. Die meisten Medien sahen denn auch von einer Berichterstattung ab, weil sie sich von diesem politischen Ränkespiel nicht instrumentalisieren lassen wollten. Einem Journalisten wurde gerichtlich vorsorglich verboten, meine Dissertation als Plagiat zu bezeichnen.

Keine schwerwiegenden Fehler

Die Universität Zürich war dennoch gesetzlich verpflichtet, ein Verfahren zur Untersuchung meiner Doktorarbeit einzuleiten. Nach detaillierten und aufwändigen Abklärungen stellt sie nun mit Entscheid vom 27. Mai 2026 fest: Meine Doktorarbeit ist kein Plagiat. Die Authentizität meiner Dissertation wurde vollumfänglich bestätigt. Sanktionen erfolgen keine.

Die 17 als Plagiatsstellen gewerteten Fehler sind überwiegend in Randteilen und Fussnoten der Doktorarbeit zu finden. Vom Kernteil der Arbeit sind ca. 4% betroffen (im bekannten Fall Guttenberg waren je nach Bericht bis zu 94% der Doktorarbeit abgeschrieben). Teils geht es um einzelne Sätze, welche ich deshalb nicht mit einer Quelle in einer Fussnote belegte, weil ich sie als versicherungsrechtliches Allgemeinwissen wahrgenommen hatte. Teils hatte ich irrtümlich eine andere Quelle angegeben. Und schliesslich hatte ich gemäss Ansicht der Universität teilweise zu «grosszügig» zitiert, weil ich die (richtige) Quelle einzig an das Ende eines Absatzes gesetzt hatte, obwohl dieser Absatz mehrere Sätze enthielt.

Auch wenn es also vergleichsweise wenige und sicher auch keine schwerwiegenden Fehler waren: Ich ärgere mich darüber und habe sie bereits korrigiert. Ich erwäge, eine Neuauflage der Doktorarbeit zu veröffentlichen, weil sie offenbar in der Praxis oft konsultiert wird und auch schon vom Bundesgericht zitiert wurde. Dafür spricht auch, dass sich seit der ersten Publikation vor 10 Jahren ohnehin diverse Entwicklungen in der Praxis ergeben haben, die in einer Neuauflage aufdatiert werden könnten.

Wer mochte mir meine Wahl in den Nationalrat nicht gönnen?

Was mich weiterhin beschäftigt, ist die Frage, wer die anonyme Person ist, die dieses Verfahren angezettelt und dafür sogar einen österreichischen «Plagiatsjäger» angeheuert und bezahlt hat. Wer hat derart grosse Angst vor mir und meiner Politik, dass er versucht hat, mich auf diesem Weg statt auf der politischen Bühne von Angesicht zu Angesicht zu bekämpfen? Wer mochte mir die Wahl in den Nationalrat so sehr nicht gönnen, dass er einen Tag danach direkt (oder über einen Mittelsmann) an die Medien gelangte?

Klar bleibt für mich wie bereits zu Beginn dieses Angriffs: Ich bin es gewohnt, gegen Widerstände zu kämpfen, und lasse mich nicht unterkriegen, schon gar nicht durch solch hinterhältige Intrigen. Falls Sie, sehr geehrte Bürgerin, sehr geehrter Bürger, eine Idee haben, wer hinter dieser Aktion stehen könnte, wäre ich für sachdienliche Hinweise dankbar.

Im Übrigen möchte ich mich nun aber definitiv wieder auf meine wichtige politische Arbeit konzentrieren. Besten Dank für Ihr Verständnis.

Ihre Nina Fehr Düsel