weltwoche.ch, 10. Juni 2026

Der Ständeratswahlkampf im Kanton Zürich nimmt bereits deutlich vor den eidgenössischen Wahlen 2027 Fahrt auf.

Natalie Rickli hat ihr Interesse signalisiert. Die Zürcher Gesundheitsdirektorin verfügt über hohe Bekanntheitswerte und gilt als Aushängeschild der Partei. Ob sie tatsächlich antreten wird, ist jedoch offen.

Für zusätzliche Dynamik sorgt Nationalrätin Nina Fehr Düsel. «Das Amt der Ständerätin würde mich grundsätzlich sehr reizen.» Aus der Bevölkerung werde sie häufig auf eine mögliche Kandidatur angesprochen. Gleichzeitig schränkt sie ein: «Meine Überlegungen zu dieser Frage sind noch nicht abgeschlossen. Insbesondere ist offen, ob die Wahlen 2027 der richtige Zeitpunkt für eine Kandidatur sind.» Sie bestätigt jedoch, dass sie von der Findungskommission der kantonalen SVP kontaktiert worden sei. «Wir sind in Kontakt.»

Sabina Bobst / Lunax
Nina Fehr Düsel, SVP-Nationalrätin aus Zürich, Sabina Bobst / Lunax

Eine ernsthafte Bewerbung für das Ständeratsamt komme erst dann in Frage, wenn der seit Jahren hängige Plagiatsfall abgeschlossen sei, hört man aus der Parteileitung. Auslöser der Kontroverse waren Vorwürfe des österreichischen Plagiatsgutachters Stefan Weber. Er untersuchte die Dissertation der SVP-Politikerin im Auftrag einer anonymen Quelle und kritisierte die Arbeit scharf. Weber sprach von Plagiatsfragmenten und systematischen Zitierfehlern.

Wie die Weltwoche heute Morgen erfahren hat, sind diese Vorwürfe jetzt ausgeräumt. Nina Fehr Düsel sagt: «Nun kam der Bescheid der Universität. Die Arbeit wurde gründlich untersucht, und es wurden lediglich kleinere Fehler in den Fussnoten festgestellt. Entsprechend gibt es weder Massnahmen noch einen Titelentzug. Die Sache ist damit erledigt.»

Damit steht auch einer möglichen Ständeratskandidatur nichts mehr im Weg.