Die schweren Straftaten durch Minderjährige nehmen zu. Nun will das Parlament die Strafen erhöhen. Ein Trend, der sich weltweit zeigt.

Das Untersuchungsgefängnis Limmattal verfügt über eine strikt abgetrennte Jugendabteilung, die je nach Nachfrage von 9 bis auf maximal 24 Insassen angepasst werden kann.
Gerade einmal 15 Jahre alt ist der Jugendliche, als er versucht, einen Menschen zu töten. Am Abend des 2. März 2024 sticht er mehrfach in Zürich auf einen Mann ein und verletzt ihn lebensgefährlich. Das Motiv des IS-Anhängers: Hass auf Juden. Anfang Juli hat das Jugendgericht in Dielsdorf sein Urteil gefällt, in diesem schlimmsten Fall antisemitischer Gewalt in der jüngeren Schweizer Geschichte. Es verurteilte den Täter zu einem Freiheitsentzug von einem Jahr, der Höchststrafe für einen zum Tatzeitpunkt so jungen Menschen. «Das Töten von Juden, nur weil sie Juden sind, ist ein skrupelloser Beweggrund. Deshalb ist es versuchter Mord», sagte der Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Haftstrafe wird aufgeschoben zugunsten einer Unterbringung in einer geschlossenen Institution.